Literaturtermine HEUTE MORGEN
Samstagabend, 04.09.10

Heute abend keine Termine...

Sonntagabend, 05.09.10

Leider keine Termine...

Weitere Veranstaltungen unter www.goldmag.de.

Aus und Umzug

von Florian Fuchs
19. September 2007

Das Stadt aus Gold-Blog wird nicht mehr weitergeführt. Das ist aber kein Beinbruch, wir machen nämlich hier weiter.

Die Schinkenhand und der Tod

von Hannes
13. Februar 2008

Dass Poeten arme Teufel sind, die von der Hand in den Mund leben - diese schlimme Wahrheit wird am kommenden Wochenende eine grundsätzliche Wendung erfahren. Unter dem heroischen Motto “Die Schickenhand und der Tod” (Hervorhebung d.V.) werden diesen Samstag, den 16.2. um 21 Uhr fünf unserer allerfeinsten Schreibenden den Roten Salon heimsuchen (Details hier). Unterstützung kommt aus Hamburg, vom MACHTclub, womit der Anspruch dieser vorzüglichen Damen und Herren, nicht nur auf Überwindung existentieller Maßregelungen (Hunger und Tod), sondern auf Weltherrschaft unmissverständlich zum Ausdruck gebracht sein dürfte. Da müssen wir alle hin, bevor wir für immer zu spät kommen!
Es lesen: Hartmut Finkeldey, Alexander Posch und Gordon Roesnik aus Hamburg,
sowie Nina Lucia Bussmann, Martin Lechner, Björn Märtin, Inger-Maria Mahlke und Milo Pablo Momm aus Berlin. Moderiert wird von Mirco Limpinsel, der anschließend auch mit seiner Band +1000 einen zarten Höllenlärm veranstalten wird.
Unbedingt zu beachten ist auch der teufliche “Trailer” des Kollektivs, mit welchem neue Höhen anspruchsvollen Filmschaffens - naja, zumindest “angegangen” werden: http://de.youtube.com/watch?v=SBYsf3dtJ-s.

AutoZusammenfassen

von Vanessa Brandes
27. Oktober 2006

Vanessa Brandes Die letzte Zeit habe ich leider hauptsächlich am Schreibtisch verbracht, weil ich mich mal wieder durch Verdrängung verschiedener Aufgaben in eine gewisse Zeitnot gebracht hatte. Deshalb habe ich nur von Abenteuern zu berichten, die ich innerhalb meines Computers erlebt habe. Eins davon möchte ich trotzdem teilen.

Es ist ja so, dass jeder, der dringend etwas Wichtiges zu arbeiten hat, irgendein Ablenkungsprogramm absolviert. Blumengießen. Fensterputzen. Sudokus lösen. Exfreunde googeln.
Und neulich in der Cafeteria einer Bibliothek überhörte hörte ich folgendes Gespräch:
»Na, läuft’s?«
»Ach, frag besser nicht, wieder mal den ganzen Vormittag Spider-Solitär gespielt.« Verständnisvolles Kopfnicken.
Ich glaube, dieses Spiel rangiert irgendwo ganz oben auf der Ablenkungsliste. Das spielen sie alle. Meine mutigste Freundin hat es neulich, in einem Anfall von Disziplin, von ihrem Computer gelöscht. Ganz, auch aus dem Papierkorb entfernt, wiederherstellen ausgeschlossen. Ein Aufschrei ging um, als sie es uns erzählte. weiter…

Neue Perspektiven

von Nikolai Preuschoff
29. September 2006

Nikolai Preuschoff»Wenn man nicht mehr weiter weiß, hört man einfach auf«, hat Konrad Bayer, der tragische Held der Wiener Gruppe, einmal gesagt. Das ist ein klasse Spruch, weil er dem Hoffnungslosen suggeriert, dass das Aufhören eine leichte Sache sei. Als Alternative gibt es meistens nur eins: Man sucht und entdeckt schließlich – eine neue Perspektive.
Eine von diesen neuen Perspektiven gab es vor einigen Tagen auf der Titelseite der Bildzeitung zu sehen: Ein Foto des Managers Klaus Kleinfeld, ungewöhnlich so von unten aufgenommen, dass Bauchansatz und Doppelkinn des sonst schlank wirkenden Sanierers deutlich hervortreten. Und das passte hervorragend zur Schlagzeile: 30% mehr Gehalt hat der „Boss“ sich und seinen Vorstandskollegen genehmigt. weiter…

Das Nicht-Vorhandensein des Kaffees

von Anne-Dore Krohn
6. September 2006

Neulich, im Zug von Berlin nach München: Enttäuschung. Das Bordbistro: geschlossen. Sonntagmorgen, sieben Uhr früh, ohnehin eine unwirtliche Zeit und dann das.

Da kratzt es in den Mikrofonen, der Schaffner meldet sich: “Sehr geehrte Damen und Herren, leider muss ich Ihnen mitteilen, dass das Bordbistro sich momentan in unbesetztem Zustand befindet. Den Grund müssen wir wie folgt zu Protokoll geben: Das zuständige Personal ist heute morgen durch Nicht-Erscheinen am Arbeitsplatz aufgefallen. Das Nichtvorhandensein unseres entsprechenden Personals bitten wir zu entschuldigen.”

“Sind wir hier auf dem Amt oder was?” ruft ein älterer Herr, dem das “Nichtvorhandensein” von Kaffee ordentlich auf die Laune geschlagen hat. Die anderen Fahrgäste verziehen ebenfalls die Gesichter. Aus den Mikrofonen krächzt der Bürokraten-Schaffner weiter:

“Die zuständigen Zuständigen und die entsprechenden Behörden wurden bereits informiert. Wir bedauern diesen Zustand und sind bemüht, eine Änderung spätestens ab Frankfurt einleiten zu können.”

Doch dann dringt noch ein Satz jenseits von Geschraubtheit aus den Mikrofonen, ein Satz, der die Fahrgäste durch seinen Kontrast zum Vorherigen noch mehr begeistert, ein Satz, der die Sache endlich auf den Punkt bringt:

“Bis zu den Hessen sitzen wa also uffm Trocknen, so ne Scheiße.”

Provinz

von Florian Fuchs
5. September 2006

Florian FuchsFlorian Illies hat ein Buch geschrieben (”Ortsgespräch”) über seinen hessischen Heimatort und allgemein über die Rückbesinnung auf das Provinzleben. Vielleicht ist es ein großartiges ganz ok-es Buch - ich weiß es nicht. Ich kann es nicht einmal erahnen, denn auch “Generation Golf” (I & II) habe ich nicht gelesen. Im Neon-Interview sagt er darüber jedenfalls Dinge, die mich davon abhalten, wie etwa: “Es ist jetzt Zeit, sich Provinz und Heimat wieder mit Neugier zu nähern” oder: “Wir kommen doch fast alle auf eine Art aus der Provinz”, auch: “Wer aus der Provinz nach Berlin zieht, ist ab sofort Berliner und tut so, als hätte er keine Vergangenheit”. weiter…

There’s no business like show business

von Elena Philipp
14. August 2006

Elena Philipp (Liebe Leserinnen und Leser. Aus gegebenem Anlass findet die Kolumne “Stadt aus Gold” heute in englischer Sprache statt. Für unser ungeschliffenes Englisch möchten wir uns bei den native speakers entschuldigen. Wer die Kolumne ohnehin lieber auf Deutsch lesen möchte, findet untenstehend eine Übersetzung.)

I do like Americans. They are amazing people. One of them sat next to me in the subway. He was quite young, had an astonishing self-esteem, an interesting haircut, Converse Chucks on and two sticks in his hands with which he demonstrated his astounding ability as a drummer. He was American, and so his favourite word was ‘amazing’.

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Alte Meister

von Hannes
5. August 2006
Hannes_k.gifIch werde so tun, als könnte ich es mir leisten. Ich werde was übers Wetter erzählen: Das ist aktuell und interessiert viele, im Moment. Ich erinnere mich noch, wie mein alter Freund Björn zu mir sagte – es war wohl Anfang Juni und regnete seit Tagen: „Mit dem Sommer wird es nichts mehr. Noch ein paar heiße Tage, dann fängt es wieder an zu regnen und wir haben Herbst.“

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Der Weltmeisterbrötchen-Blues

von Anne-Dore Krohn
31. Juli 2006

.. ist wieder vorbei: Mein Bäcker darf seine Brötchen endlich wieder beim Namen nennen. Die ganze WM lang hab ich den Blues geschoben, weil die Fifa alles verboten hat, was Weltmeister hieß. Auch die Brötchen. Mein Bäcker hat ein Pappschild aufstellen müssen, auf dem er die Brötchen mit dickem Edding-Strich zu “Meister-Brötchen” umtaufte.

Dabei sind Weltmeister-Brötchen die einzigen, die diesen Namen verdienen: Die Sonnenblumen-, Sesam- und Mohnkörner kleben nicht nur oben drauf, sondern auch untendrunter. Und das unterscheidet sie von Heerscharen anderer Brötchen: Ihre untere Hälfte ist ebenso begehrenswert wie die obere.

Aus Ärger, erzählt mein Bäcker mir, hätte er sie fast in “Italien” umgetauft. Aber nach einigem Nachdenken hat er nun doch vor den Meister wieder die Welt gesetzt.

Musik und Gewalt

von Florian Fuchs
26. Juli 2006

Und noch eine kurze Episode aus den öffentlichen Verkehrsmitteln: Er saß mir gegenüber, bullig, breitnackig, wirklich finster, und sein kurzärmliges Hemd gewährte Aussicht auf seine beeindruckenden Unterarme: Auf ihnen je eine blankbrüstige Blondine sowie seine beiden Lebensmottos. Links: “Keine Frau ist so schön wie die Freiheit”, rechts: “Gewalt ist die Sprache, die jeder versteht”. Es gab gute Gründe, in diesem Moment lieber nicht aufzustehen und zu sagen, “Nein, mein Herr, da liegen sie ganz falsch: Nicht die Gewalt ist es, sondern die Musik!” - doch wenig später gingen die Türen auf und herein kamen zwei Männer mit Geige und Gitarre und machten mächtig Dampf. Trotz der Höllenhitze spielten sie über zwei Stationen lang, und wenn die Fahrgäste von den Temperaturen nicht so geschwächt gewesen wären, sie hätten laut applaudiert.